Kleine Tiger müssen toben
Dienstag, den 23. März 2010Den Ausspruch “Kleine Tiger müssen toben” hatte ich damals bei meiner Ausbildung zum Übungsleiter “A” gehört. Er sagt aus, dass Kinder sich einfach (lautstark) austoben müssen. Und das ist auch gut so. Für mich damals als Judo-Kinder-Trainer auch kein Problem. Ich hatte da eine große Sporthalle und dort konnten die kleinen Tiger sich auch richtig austoben – gemischt mit Judo-Techniken, Fallschule und anderen Trainingsarten. Mein Vorteil war, dass die Kinder nach einer Stunde wieder nach Hause sind. Ob sie sich da weiter ausgetobt haben, kann ich nicht sagen. Aber vermutlich schon.
Eine Mutter hatte sich mal bei mir beschwert, dass ihr Kind jetzt schon dreimal beim Probetraining gewesen ist und immer noch so frech wäre. Klar doch. Die Aufgabe eines ehrenamtlichen Judo-Trainers ohne pädagogische Ausbildung ist es, 15 Kinder bei einer dreiviertel Stunde pro Woche so zu erziehen, dass sie alle brav werden… (Ist das nicht die Aufgabe der Eltern? Trauen sich die Eltern das nicht mehr? Werden Eltern durch die unmöglichen Sendungen in den alten Medien wie Fernsehen auch beeinträchtigt?).
Heute weiß ich mehr. Seit ein paar Jahren habe ich hier durchgehend zwei kleine größere Tiger lautstark hier rumwetzen. Rund um die Uhr (wenn ich mal die Arbeitszeit nicht berücksichtige). Ist auch weiter gar nicht so schlimm. Nur wenn ich mal gesundheitlich etwas angeschlagen bin und die Geräuschkulisse deutlich intensiver wahrnehme, ist es gar nicht mehr so leicht sich an “Kleine Tiger müssen toben” zu halten.
Aber es geht ja auch nicht darum, dass die kleinen Tiger in der Wohnung krach machen. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, wie sie sich austoben. Das einfachste ist (bei schönem Wetter) draußen. Aber auch Sportvereine helfen natürlich, die Tob-Energie zu kanalisieren. Oder vielleicht diese Energie einfach in Kreativität umwandeln. Kinder brauchen nämlich auch ruhigere Momente. Daher ist es natürlich auch sinnvoll, zusätzlichen zum Praxistest der Chaostheorie (=Kinder) auch das nötige Material zum kreativen Austoben vorrätig zu haben. Da fällt mir ein, dass ich ja eigentlich noch was aus Fimo basteln wollte – schließlich will ich meine kindlich-verspielte Kreativität nicht aufs Blog-Artikel schreiben begrenzen. Aber zurück zu unseren kleinen Tigern.
Als weitere Indoor-Austob-Möglichkeiten haben wir seit drei Monaten eine Wii. Zusammen mit dem Wii Balance Board kann man sich da auch schön austoben. Allerdings will ich, dass die Kinder sich vorhin draußen etwas austoben, damit beim Wii-Spielen unsere Wohnung heil bleibt ;-)











