Rückblick auf Stuttgart 21
Freitag, den 8. Oktober 2010Stuttgart 21 ist eine Machtdemonstration. Stuttgart 21 ist auch ein Synonym für Gewalt gegen Kinder. Aber einige bezeichnen es auch als Prestigeprojekt. Nach einer Woche und vielen Nachrichten später ist ein Blick auf das Ereignis Stuttgart 21 sicherlich nochmal interessant.
Es gab eine genehmigte Schüler-Demo. Dazu waren im Park natürlich auch noch weitere Demonstranten. Die Polizei wurde mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray zur Demo beordert. Bei den Demos, bei denen ich dabei war, gab es nur friedliche Polizisten ohne Schlagstöcke oder Kampfausrüstung. Ich denke nicht, dass hier diese Ausrüstung aufgefahren wird, wenn man friedlich bleiben will. Die Tatsache, dass die genehmigte Schüler-Demo zur gleichen Zeit am gleichen Ort stattgefunden hat ist auf jeden Fall sehr unglücklich. Entweder hat da jemand gepfuscht – oder diese Situation war gewünscht. Das Mappus nicht einmal vor Gewalt gegen Kinder halt macht, um sein Projekt durchzuziehen, wurde dadurch sehr deutlich veranschaulicht. Er wird das Projekt mit aller Gewalt durchziehen.
Wie ist es zu dieser Gewalt überhaupt bekommen. Die Gewalt wäre von den Demonstranten ausgegangen. Die Behauptung, dass diese Steine geworfen hätten, hat sich aber nicht bewahrheitet. Vielleicht wären auch Kastanien geflogen? Zumindest eine Wasserpistole war mal auf einem Bild zu sehen. Aber da kann man wohl kaum von “gewalttätigen Demonstranten” sprechen. Aber da gibt es noch die Sitzblockaden. Früher galt dies als Nötigung. Die Definition wurde aber 1995 von Bundesverfassungsgericht gekippt. Wie es jetzt zu interpretieren ist, kann man ja versuchen bei Wikipedia nachzulesen. Aber egal, ob man Sitzblockaden nun als “Gewalt” ansieht oder eben nicht, so sollte die Polizei doch nur gegen die Sitzblockade vorgehen – und nicht wild mit ihren Wasserswerfern um sich schießen. Und auf den vielen Videos auf YouTube sieht man, dass hier nicht nur gewaltsam gegen Sitzblockaden, sondern gegen alle anwensenden Bürger vorgegangen wird.
Es gibt auch Gerüchte, dass – noch vor der Fällung der ersten Bäume – ein Verbot der Fällung durch das Eisenbahnbundesamtes ausgesprochen wurde. Somit hatten die Demonstranten mit ihren Sitzblockaden versucht etwas Verbotenes zu verhindern.
Der Vorfall zeigt sehr deutlich, dass Mappus & Co fest entschlossen sind, das Projekt durchzusetzen. Schließlich haben sie ja Verpflichtungen.
Interessant ist ja auch die Tatsache das der Zoll bei einer Überprüft der Arbeiter für Stuttgart 21 in rund 80% der Fälle keine gültigen Papiere hatten. Das “Prestige-Projekt Stuttgart 21″ wird von Schwarzarbeitern gebaut? Beunruhigend. Naja, bei staatlichen Projekten wird halt nicht so sehr darauf geachtet, vorbildlich zu sein. Darum entsprechen wohl auch die Baufahrzeuge nicht den Richtlinien.
Also haben wir hier Unions-Politiker, die der Bahn ein Milliardenschweres Geschenk machen will und Bauunternehmer beauftragt, welche durch eine hohe Geldspende an die CDU auffällt. Jeder der sich in den Weg stellt wird notfalls niedergeknübelt – egal ob Rentner, Erwachsener oder Kind.
Das 2/3 der Stuttgarter und über die Hälfte der Bürger aus Baden-Württemberg gegen das Projekt sind, spricht sehr dafür, dass hier bei der “demokratischen Zustimmung” zum Projekt etwas nicht stimmt. Laut ARD-”Deutschlandtrend” sind 77% für einen Baustopp. 71% empfinden das Projekt für zu teuer.
Ich sehe es nicht ein, dass an vielen wichtigen Stellen (soziales, Bildung, etc.) gespart wird, aber für so ein fragwürdiges Projekt Milliarden rausgeworfen werden sollen!




