Archiv der Kategorie ‘Lästerecke‘

Musik im 21. Jahrhundert

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich Plattenlabels und ihre Marionetten über die “Kostenloskultur” aufRegenern. Das Internet hatte einen starken Einfluss auf meinen Musikkonsum. So wurde ich des öfteren über YouTube-Videos, WebRadios und anderen Plattformen auf interessante Musik aufmerksam. Und wenn mir das gefällt, dann kaufe ich es. Schließlich will ich gute Musik unterstützen. Manchmal spricht mich auch nur ein einzelnes Lied an – und dafür eine ganze CD kaufen? Wenn es das Lied nicht einzeln gibt, dann verzichte ich halt drauf. Das ist das Problem des fehlenden Angebots.

Was auch einen starken Einfluss auf meinen Musikkonsum hatte, war der “Kopierschutz”. Ich höre Musik bei mir am Rechner. Gelegentlich auch auf meinem Smartphone, einem MP3-Player oder vielleicht auch mal im Auto. Und da ist es sehr nervig, wenn man für teures Geld eine CD kauft, die man dann wegen “Kopierschutz” nirgends abspielen kann. Wen verwundet es jetzt, dass ich deutlich weniger CDs kaufe als früher. Da fehlt halt jetzt ein passendes Angebot. Die Nachfrage ist ja da.

Inzwischen hat sich das Angebot (z.B. DRM-freie Musik bei Amazon) wieder verbessert. Allerdings habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, weniger Musik zu konsumieren. Das hat dazu geführt, dass ich weniger Musik kaufe und die Musikindustrie deswegen weniger Geld bekommt. Anstatt dass die Musikindustrie ihre Fehler eingesteht sollen jetzt die Konsumenten kriminalisiert, verfolgt und überwacht werden. Und für die Verfolgung und Überwachung schreckt ein Herr Uhl nicht mal davor zurück, den Todesschützen von Toulose als Argument für die Vorratsdatenspeicherung anzuführen.

Ich bin mit der Musik, die ich habe, zufrieden. Meine YouTube-Videos enthalten keine Musik und werden trotzdem angeschaut.

Hoffen wir mal, dass das Urheberrecht endlich mal aktualisiert wird und an das 21. Jahrhundert angepaßt wird.

Siehe dazu auch:

Leistungsschutzrecht: Der Sieg der Blogger über die Totholzmedien

Yeah. Wir haben es geschafft. Endlich werden die Totholzmedien aus dem Internet vertrieben. Dafür werden ausländische Medienhäuser, Traffic-Zulieferer (wie Google News) und voralllem Blogs im deutschsprachigen Internet die Nachrichten liefern. Warum?

Durch das Leistungsschutzrecht sollen jetzt die Traffic-Zulieferer (z.B. Google News) dafür zahlen, dass sie Überschriften von News anzeigen. Also dafür, dass Google denen Verlagen kostenlos Traffic erzeugt, soll Google jetzt an die Verlage zahlen? Die günstige Alternative ist jetzt, die Erzeugnisse der Verlage einfach aus dem Index zu entfernen. Im Internet gibt es mehr als genug andere Quellen, die ebenfalls die gleichen Inhalte (teilweise mit weniger, mehr oder anderer politischer Einfärbung) anbieten, wofür Google nichts zahlen muß.

Aber auch Blogger werden ihr Art zu bloggen umstellen. Leider sind die Begriffe “private Nutzung” und “gewerbliche Anbieter” für Blogs zu unscharf. So werden viele Blogger aus Angst vor neuen Abmahnwellen dazu verleitet, die Internetseiten deutscher Totholzmedien deutlich weniger zu verlinken. Dadurch geht die Linkpopularität der Verlage runter, was auch wieder weniger Traffic bedeutet. Stattdessen werden verstärkt “freie Quellen” (z.B. Wikinews) genutzt.

Ich hoffe ja, dass die Verlage selber entscheiden dürfen, ob sie das “Leistungsschutzrecht” – und somit eine Schlechterstellung im Internet – überhaupt wollen. Ich würde gerne weiterhin auf interessante Artikel von Heise verlinken wollen.

Arschloch auf 12 Uhr

Heute nach der Arbeit, kurz vor 20 Uhr war ich noch schnell im Blumenladen. Eine Angestellte fegte gerade das ganze Grünzeug auf dem Boden zusammen. Der Typ vor mir hatte sich – soweit ich das sehen konnte – ihr in den Weg gestellt. Als die Angestellte das als unhöflich empfand, hat der Typ angefangen rumzupöbeln. Er meinte, dass Sie doch auch später wischen könnte und ob sie geisteskrank sei. Vorallem hat er sie die ganze gedudzt – was sie nicht wollte und es ihm auch öfters gesagt hatte. Er begründete sein Verhalten damit, dass er dort ja regelmäßig Blumen kauft und sie hätte doch zu kuschen, weil er ja Kunde ist. Da ich Angst um meine Gesundheit hatte, habe ich mich rausgehalten.

Ich hatte das Gefühl, der Typ wollte ausprobieren wie weit er gehen kann – und hätte vermutlich auch nicht vor Handgreiflichkeiten zurückgeschreckt. Auch wenn er einen beschissenen Tag hatte – was ich heute ja auch hatte – ist das kein Grund andere, unschuldige Menschen anzupöbeln. Ich denke, dass er regelmäßig Blumen kauft, um sein Verhalten damit zu entschuldigen. Schließlich hat er etwas Trinkgeld gegeben – er hatte wohl doch ein schlechtes Gewissen.

Und sowas an einem Valentinstag. Traurig.

Aber: Dank der Angestellten im Blumenladen ist die Situation nicht eskaliert. Danke.

Spectaculum – Naja

Heute sind wir nach Maxlrain gefahren um uns das größte Mittelalter Kultur Festival der Welt anzuschauen. 42 Euronen Eintritt für vier Personen finde ich schon ziemlich heftig. Allerdings finde ich, dass es das Geld nicht Wert war. Für den Preis hätte ich erwartet, dass der Veranstalter seinen Gästen mehr bietet. Der Mittelaltermarkt ist super – aber die kann man meist auch kostenlos besuchen. Zu den Shows kann ich gar nicht so viel sagen. Die waren sicherlich auch ganz toll – nur sind die Veranstalter nicht in der Lage gewesen für die Zuschauer ausreichend gute Plätze bereitzustellen. So haben wir das Ritterturnier entweder nur aus der Ferne, der hintersten Ecke oder zwischen Köpfen hindurch beobachten können. Und da wirkte es etwas lasch. Die Bierbänke auf der unebenen Wiese sind dann auch nicht immer stabil gestanden. Daher verwundet es mich umso mehr, dass beim Feuerspektakel sich Zuschauer sogar auf diese Bänke raufgestellt haben – und dabei waren die relativ weit vorne. Von hinten gab es dann natürlich auch entsprechende “Buuh” und “Runter von den Bänken”-Schreie, hat die Ärsche vorne aber nicht weiter interessiert.

Den Veranstalter hat das auch nicht weiter gejuckt. Dabei hätte der Moderator das einfach vorher in einem Satz vorher sagen können. Auch hätte man Security-Leute vorschicken können, welche die Leute von den Bänken holen. Oder vielleicht ist eine Versicherung gegen Unfälle billiger.

Fazit: Das Spectaculum brauchen wir uns nicht mehr antun. Da gibt es Ritterspiele, Mittelaltermärkte und Festivals die deutlich besser sind. Und günstiger.

Es ist Freitag: CSU gründet virtuellen Verband

Gerade eben habe ich die Meldung bei heise.de gelesen: “CSU gründet virtuellen Verband” und dachte mir nur, es ist Freitag. Neben der Überschrift gibt es natürlich noch einige weitere lustiger Aussagen. Wobei es für die CSU schon bemerkenswert ist, dass sie ihren Nachholbedarf erkannt haben.

Als CSU müssen wir uns auf diesem Gebiet stärker bemerkbar machen.

Die CSU ist in der Netzpolitik bereits sehr stark vertreten. Jedoch immer als schlechtes Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Es geht eigentlich kaum, sich da noch stärker bemerkbar zu machen. Es wäre natürlich positiv überraschend, wenn in deren netzpolitischen Aussagen plötzlich sinnvolle Beiträge zu finden wären.

Schön finde ich es, dass auch Nicht-Mitglieder daran teilnehmen dürfen. Schließlich dürften die wenigsten CSU-Mitglieder sich im Netz auskennen – sonst wären sie nicht bei dieser Partei.

Finde ich ganz gut. Und ich habe mir auch überlegt da mitzumachen. Ich bin optimist und eine CSU die sich in Netzpolitik auskennt ist mir lieber als eine CSU die alles nur Überwachung, Kontrollieren und die Bürger mit Terrorismus einschüchtern will. Wenn die CSU dann auch noch christliche Werte berücksichtigt und auch das “S” im Parteiennamen wieder mehr berücksichtigt, wäre das richtig geil.

Allerdings – normalerweise werden die Experten bezahlt, die Wissen vermitteln sollen. Bei CSUnet sollen die Experten zahlen, damit sie die CSU-Mitglieder schulen dürfen. Das wird nicht funktionieren. Mit einem Wort: #FAIL

Anonymität im Internet

Unser Innenminister Hans-Peter Friedrich hat kurz nach dem Terroranschlag eines religiösen (christlichen) Fanatikers in Norwegen gefordert, dass es im Internet keine Anonymität geben darf. Auch wenn der Blogger Fjordman schon vorher seine Identität im Blog preisgegeben hätte, wäre diese grausame Tat in Norwegen nicht zu verhindern gewesen. Selbst die Vorratsdatenspeicherung hätte nichts gebracht. Zudem vergißt unser CSUler mal wieder, dass es in Deutschland bereits die Impressumspflicht gibt und seine Forderung schwachsinnig ist. Vielleicht hätte man sich vorher mal informieren sollen. Aber das ist eine Fähigkeit, die man bei Unionspolitikern deutlich seltener findet als bei radikalen Bloggern.

Wo Herr Friedrichs aber mal was machen könnte, wäre die Kennzeichnungspflicht von Polizisten. Bei Demonstrationen kommt es inzwischen leider immer öfters vor, dass einzelne hier unverhältnismäßig extrem auf teilweise friedliche Demonstranten losgehen. Um diese Außnahmen identifizieren zu können, ist eine Kennzeichnungspflicht absolut notwendig. Normalerweise stehen Menschen mit ihrem Namen für etwas ein. Warum nicht auch ganz selbstverständlich als Polizisten?

Mutwillige Unterdrückung von Informationen bei Amazon?

Ich hatte ja schon vor ein paar Tagen über die Stargate Atlantis-Mogelpackung berichtet. Lästern ist ja leicht, aber ich wollte auch was machen. Also habe ich die fehlenden Daten ergänzt und ein entsprechendes Bild angehängt.
Drei Tage später habe ich eine Antwort erhalten:

Die Abbildung umfasst nicht die notwendigen Details, um Ihren Änderungsvorschlag zu verifizieren. Bitte stellen Sie sicher, dass die Abbildungen es ermöglichen, das Produkt eindeutig zu identifizieren, z.B. anhand der ISBN oder EAN.

Audio Format
Derzeitiger Wert: kein Wert
Ihr Vorschlag: Dolby Digital 5.1 (Englisch)

Diese Antwort erhärtet den Verdacht, dass genau diese Information vorsätzlich weggelassen wurde. Schließlich ist in allen Rezensionen auf die fehlende Sprache Deutsch hingewiesen worden.

Ich habe jetzt nochmal ein neues Foto gemacht und versuche es nochmal. Mal schauen, ob sie dann noch eine Ausrede finden oder die Änderung endlich reinstellen um weitere Opfer zu vermeiden.

Update 12.07.2011 9:56: Inzwischen wurde mein Vorschlag übernommen. In den nächsten zwei bis drei Werktagen sollte die fehlende Information erscheinen.

Meine Rezension zur Stargate Atlantis Komplett-Box

Wir hatten uns jetzt die Komplett-Box von Stargate Atlantis bei Amazon bestellt. Und wurden dabei schwer entäuscht. Hier meine Rezension, die ich auch bei Amazon reingestellt habe.

Achtung, ich rate dringend vom Kauf dieser Box ab (außer dir reicht die englische Tonspur): Stargate Atlantis Komplett-Box mit Englischer Tonspur

Die Serie ist super und es ist schön, dass es die komplette Serie nun in einer Box auf DVD gibt.
Unverständlich ist mir aber, warum die DVDs keine einheitlichen Tonspuren haben.

Season 1: English, Finnish, French
Season 2: English
Season 3: English, French, German
Season 4: English
Season 5: English, French

Was dieser Sprachemix soll, ist für mich absolut unverständlich. Es erweckt eher den Eindruck, als hätte man irgendwelche Restposten zu einer Box zusammengefaßt.

Leider haben wir die vermischten Tonspuren erst entdeckt, nachdem wir die Box ausgepackt haben – ein Zurücksenden dieser Mogelpackung ist daher leider nicht mehr möglich (wir könnten ja pöse Raubkopiermörder sein)…

Muß man sich dann noch wundern, wenn immer weniger Menschen DVDs kaufen wollen? Bei den kostenneutraleren, alternativen Beschaffungskanälen kann man nicht auf so eine Mogelpackung reinfallen.

P.S. die Sprachen waren auf der Amazon-Seite gar nicht angegeben. Nur die Untertitel waren aufgelistet – ob das ein versehen war?

G8: Politik hat mal wieder versagt

G8 wollen mehr Schutz des geistigen Eigentums im Internet heißt es bei heise online. Sprich: Sie wollen der Medienindustrie helfen, ihr überaltertes Geschäftsmodell gegenüber den Bürgern durchzuboxen. Warum muß überhaupt gewaltsam “mehr Schutz” für das “geistige Eigentum” geschaffen werden? Ganz einfach. Sehr viel “Geistiges Eigentum” ist teilweise so minderwertig, dass niemand die horenden Preise dafür zahlen möchte und daher ein ausgewogeners Vergütungsmodell bevorzugt – und man es sich deswegen kostenlos beschafft. Würde sich die Qualität entsprechend erhöhen, dass sie auf der Augenhöhe mit den geforderten Preisen ist – oder den Preis entsprechend reduzieren, dann wäre das ganze Problem gelöst. Aber mit staatlicher Gewalt die Abzocke unterstützen ist eindeutig der falsche Weg!

Das es mit der erhöhten Qualität funktioniert, zeigt sich daran, dass wir auch immer mal wieder DVDs und BluRays kaufen und in unser Regal stellen. Minderwertiges Zeugs kaufen wir uns nicht. Schwierig wird nur zu überprüfen, ob etwas minderwertig ist oder nicht. Bei Fluch der Karibik 4 mußten wir das sehr schmerzhaft (13 Euro!! für Kino pro Person) feststellen. Andere Filme kann man sich ja legal über lovefilm ausleihen und dann entscheiden, ob man sie sich kaufen möchte.

Im Artikel wird dann auch vom Patentsystem gesprochen. Eventuell sollte man einfach das künstlerische Schaffen (Musik, Film, Text, Bild etc.) aus dem “Geistigen Eigentum” herausnehmen und diese gesondert bewerten. Bei Patenten sehe ich es noch ein, dass sie geschützt werden – wenn gleichzeitig die Pflichten des Rechteinhabers festgelegt werden: Patente müssen auch umgesetzt werden. Falls ein Rechteinhaber dieses nicht machen möchte, wird das Patent der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt, damit diese das umsetzen und für weitere Innovationen sorgen kann.

Warum Kinos vom Aussterben bedroht sind

Vor paar Tagen wurde Urheberrechts-Propaganda auf den Seiten dem Bundesjustizministeriums gefunden. Glücklicherweise wurde dieser Schmarn inzwischen wieder gelöscht. Unteranderem war da ein Comic dabei, welches behauptet, dass aktuelle Kinofilme auf dem Flohmarkt verkauft werden und deswegen keiner mehr ins Kino geht.

Tja, ich lade weder illegal Kinofilme runter, noch kaufe ich illegale Kinofilme auf einem Flohmarkt. Trotzdem vergeht mir langsam die Lust am Kino. Wir haben heute Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten angeschaut. In 3D. Weil es nur noch zwei Kinos in München gibt, bei dem man sich den Film in 2D anschauen kann. Ganze 49 Euro hat der Eintritt für uns vier gekostet. 49 Euro für einen doch sehr mittelmäßigen Film, bei dem ich mir nichtmal mehr sicher bin, ihn auf DVD oder BluRay haben zu wollen. Und falls doch, sollte die BluRay nicht mehr als 10 Euro kosten. Wenn man jetzt noch Getränke oder Knabbereien dazukauft, werden die drei Stunden Kinobesuch – bei denen man ja auch noch mit Werbung zugebombt wird – richtig teuer.

Also hier mal die Nachteile von Kino:

  • Überteuerte Eintrittspreise
  • Überteuerte Getränke und Knabbereien
  • Mittelmäßige Filme
  • Unbequeme Sitze
  • Unbequeme Zwangs-3D-Brille
  • Man muß sich an die Zeiten der Kino-Betreiber richten
  • Gelegentlich störende Besucher

Vorteile von Kino:

  • Aktuelle Filme

Das ist doch sehr eindeutig. Sicherlich gibt es auch ein paar Hansel, die sich über nicht ganz legale Wege aktuelle Filme anschauen. Aber für das Kino-Sterben sind die sicherlich nicht verantwortlich.