Eulenschießen 2016

Der Sommer ist vorbei. Jetzt wird es wieder schneller dunkel und auch kälter. Auch wenn es für Bogenschützen kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur unpassende Kleidung, ziehen wir im Herbst wieder in die Halle um. Dort wird dann nur noch auf bis zu 18 m geschossen. Den Abschluss des Sommers feiern wir jedes Jahr mit Eulenschießen.

Beim Eulenschießen – auch als Fackelnschießen bekannt – wartet man bis es richtig dunkel wird. Dann werden schräg vor den Scheiben Fackeln aufgestellt. Die Fackeln sind die einzige Lichtquelle. Das ist für die Schützen eine ungewohnte Herausforderung.

Wir haben dieses Jahr auf 30 m mit 122er Auflagen geschossen. Aber ohne die Leitfeder erkennen zu können, ist das richtige Einnocken des Pfeiles nicht gerade leicht. Ich war dann doch glücklich, dass meine blaue Leitfeder ein wenig heller als die beiden roten Federn ist. Ich habe mich sogar so drüber gefreut, dass ich das erkennen kann, dass ich gar nicht mehr realisierte, dass der Pfeil bei mir falsch eingenockt war. Mist. Ich muss dann auch jedes Mal mit Tasten prüfen, ob der Pfeil auf dem Button oder auf der Pfeilauflage lag. Das hat ein paare Passen gedauert, bis ich das dann auch endlich hinbekommen hatte. Das Licht der Fackeln reicht auch kaum aus, den Sehnenschatten zu erkennen. Also muss ich mich mehr auf mein Gefühl verhalten. Vertraue der Macht.

  • 10, 9, 7
  • 8, 6, 3
  • 8, 7, 6

Bei der vierten Passe hatte ich dann auch endlich das richtige Gefühl. Ein Vorteil war, dass ich bin kurzärmlig angetreten bin. Es war bereits kühler geworden und ich hatte kalte Finger. Kalte Finger spürt man gut, wenn man sie an den Hals hält. Sehr hilfreich zum richtigen Ankern. Als wir nach der vierten Passe vorne an der Scheibe waren, war ich doch sehr positiv überrascht. Alle drei Pfeile haben es ins Gold geschafft. Drei Zehner. Yeah.

  • 10, 10, 10

Für die Zuschauer war es eher ein Hörspiel. Diese haben immer ein Fluff – Geräusch der Sehne beim Lösen des Pfeils – und ein Plomp – wenn der Pfeil in die Scheibe trifft – gehört. Der mittlere Teil der Scheibe ist im Laufe der Zeit durch die vielen Pfeile auch schon weicher geworden. Wenn dort ein Pfeil eingeschlagen ist, machte es dann nicht mehr Plomp, sonder Pluff. Bei mir machte es inzwischen auch öfters Pluff. Das war ein schönes Geräusch.

  • 9, 8, 7
  • 10, 10, 9
  • 10, 10, 8
  • 8, 7, 6
  • 10, 10, 8
  • 10, 10, 9

Ich habe dann nach 10 Passen (30 Pfeilen) insgesamt 254 von maximal 300 Ringe geschafft und habe es so knapp auf den vierten Platz geschafft. Der dritte war acht Ringe vor mir, der fünfte gerade einmal drei Ringe hinter mir.

Dieses Jahr haben wir auf zwei Eulen geschossen. Somit durfen die besten vier schießen. Dazu hatten wir spezielle Auflagen mit einer Eule und einer sehr kleinen Zielscheibe. Jeder durfte nur einen Pfeil schießen. Die Spannung stieg. Wir haben alle unsere Pfeile geschossen. Mein Pfeil war etwas zu hoch oberhalb des Ziels. Wer gewonnen hat, könnt ihr auf der Bogenschützen-Seite des TSV Waldtrudering nachlesen ;-)

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