Wir waren vor kurzem in London. Dabei sind wir mit British Airways von München nach London geflogen. Um genauer zu sein vom Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München .. äh bei München zum Heathrow bei London. Beide Flughäfen haben zwei Start-und Landebahnen. Also eigentlich eine vergleichbare Situation. Nur das Heathrow schon vor über 80 Jahren eröffnet wurde. Unser Flughafen ist gerade einmal 20 Jahre alt. Wenn man die Möglichkeit hat einen neuen Flughafen zu bauen, dann übernimmt man normalerweise die Erkenntnisse aus anderen Flughäfen und gestaltet diesen deutlich effizienter. Würde man meinen. Die Zahlen sprechen aber leider eine ganz andere Sprache:
| Heathrow | München | |
|---|---|---|
| Quelle: | Wikipedia | Wikipedia |
| Eröffnung | 1930 | 1992 |
| Entfernung vom Stadtzentrum | 24 km | 28,5 km |
| Fläche | 1227 ha | 1618 ha |
| Terminals | 5 | 2 |
| Passasgiere pro Jahr | 69.391.400 | 38.274.094 |
| Luftfracht pro Jahr | 1.484.488 t | 406.979 t |
| Flugbewegungen pro Jahr | 476.197 | 406.979 |
| Start- und Landebahnen | 2 | 2 |
| Beschäftigte | 76.000 | 29.560 |
Beide Flughäfen haben nur zwei Start- und Landenbahnen und eine relative ähnliche Anzahl an Flugbewegungen. Trotzdem hat Heathrow fast doppelt so viel Passagiere und das dreieinhalbfache an Fracht. Also gibt es für München noch andere Möglichkeiten zur Optimierung als eine dritte Startbahn.
Da wäre zum einen, dass Heathrow deutlich mehr Beschäftigte hat. Vielleicht machen die ja auch schon einen Unterschied aus?
Denkbar wäre auch, nur größere Flugzeuge zu verwenden. Ich habe bei fly.de mal Flüge von München nach Frankfurt gesucht. 15 Flüge an einem Tag. Auch nach Berlin sind es 15 Flüge am Tag. Wobei mir möglicherweise auch nicht mehr alle Flüge angezeigt werden. Es reicht doch eigentlich aus, wenn alle 2 Stunden ein Flug dorthin geht, oder?
Man sollte auch nicht vergessen, dass viele größere Firmen ihre Mitarbeiter darauf hinweisen, weniger zu fliegen und stattdessen lieber Telekonferenzen zu machen.
Mein Fazit: Statt Geld -was dann wieder woanders fehlt – für eine dritte Startbahn rauszuwerfen, sollten die Betreiber des Flughafens lieber versuchen intelligente Lösungen zur Effizienzsteigerung zu finden.
Die “Deutschen Ingenieure”, die für den Münchner Flughafen verantwortlich sind, sind gar nicht mal so schlecht. Natürlich ist es peinlich einen Flughafen zu haben, bei dem man ewig weit laufen muß und der eigentlich eine Hochgeschwindigkeitsbahn zum Stadtzentrum benötigt. In der Liste der größten Verkehrsflughäfen ist München bein den Flugbewegungen pro Start- und Landebahn immerhin auf Platz 2. Hinter Heathrow. Der nächste deutsche Flughafen ist Frankfurt auf Platz 22. Sind die britischen Ingenieure wirklich soviel besser als deutsche Ingenieure? Oder hat es andere Gründe?
Wenn Euch nach andere Meinungen interessieren, schaut doch auch mal bei folgenden Leuten vorbei:




































