Graf Nosferacula von Dragon hat zum Mahl geladen und wir waren dabei. Ort des Geschehens war das Schloß Neufahrn. Nachdem das aber dann doch etwas weiter weg war, haben wir dort im Schloßhotel auch gleich genächtigt.
Bei einem Draculadinner sollte man natürlich auf sein Äußeres achten. Daher hat Sandra ihr Lily Munsters-Kleid getragen und sich in einen Vampir verwandelt. Ich habe mir eine leicht erhöhte Stirn aufgeklebt und mich dann etwas schminken lassen. Nur etwa ein Viertel der knapp 100 Gäste waren angemessen gekleidet. Bevor das Spektakel los ging, wurden wir zu unseren Plätzen geführt. Tisch Gottesanbeter. Sandra hat mir erzählt, dass sie auf der Reservierungsliste gelesen hatte, dass bei mir “Keine Pilze” stand. Das ist ein gutes Zeichen. Dachten wir zumindest.
Nachdem alle da waren und auch ausreichend mit Getränken versorgt wurden, ging es auch schon los. Natürlich wollte der Graf nicht fotografiert werden – Spiegel und Fotos mag er nicht so. Leider hat das anfangs einzelne Gäste nicht davon abgehalten. Später haben sich dann auch immer mehr Gäste getraut, rumzuknipsen. Zumindest ohne Blitz. Ich hätte es eigentlich gut gefunden, wenn die Schauspieler nochmal darauf hingewiesen hätten. Sowas könnten sie sicherlich gut in ihre Show integrieren. Ich glaube zwar nicht, dass die Fotos verhindern, dass jemand an einem Dinner teilnimmt – und auch nicht, dass die Fotos alleine jemand überzeugen würden, doch mal teilzunehmen. Dieses Rumgeknipse hat die Stimmung kaputt gemacht und einfach nur gestört. In den Pausen oder während des Essens habe ich kein Problem damit – aber bitte nicht während der Show.
Über die Show will ich auch gar nicht soviel erzählen. Das müßt ihr Euch selber mal anschauen. Insgesamt fand ich es ganz gut – wobei mir das Krimidinner aber besser gefallen hatte.
Beim Essen wurde ich gleich bei der Vorspeise enttäuscht. Zwar stand bei mir “Keine Pilze” auf der Namensliste, aber das hat den Koch wohl nicht sonderlich interessiert. Zumindest war dieses komische Lebewesen etwas seitlich positioniert. So war auf dem Vorspeisenteller doch noch ein Teil genießbar. Aber ich frage mich jetzt natürlich, warum haben die sich das überhaupt aufgeschrieben? Die hätten vielleicht sagen sollen, dass es keine Sonderwünsche gibt. Aber Aufschreiben, Hoffnungen wecken und das dann einfach ignorieren? Bei den anderen drei Gängen war dann zum Glück keine Pilze mehr dabei.
Ich frage mich auch, wieviel die vier Künstler und ihr Team insgesamt verdienen. Neben den Kosten für Saalmiete, die Nahrungsmittel, Personal und Lizenzen/Urheberrechtsabgaben für die ganzen Zitate und Lieder dürfte da kaum noch etwas übrig geblieben sein. Und dabei waren die richtig gut. Die Schauspieler mußten ja nicht nur ihre Texte aufsagen, sondern haben auch mit dem Publikum interagiert, gesungen und sich auch in den Pausen umgezogen.
Nochmal zurück zu Location. Das Schl0ßhotel Neufahrn bietet nicht nur einen Saal für Dinner. Um das Schloß herum wurde für Mittelalter-Fans einiges aufgebaut. So findet auch das Schlossfest Neufahrn – Festival der Gaukler vom 29. Juni bis 1. Juli statt.
Was mir am Schloßhotel gefallen hat:
- Freundliches Personal
- Schöne mittelalterliche Location
- Eine große Matratze im Doppelbett (keine zwei Matratzen mit Ritze dazwischen)
- Frühstück bis um 10 Uhr, Checkout bis 11 Uhr (dürfte beides natürlich noch gerne weiter nach hinten verschoben werden *g*)
- Heiße Getränke beim Frühstück inklussive
- Schnelles WLAN, kostenlos, AccessPoints im ganzen Hotel verteilt
Was im Schloßhotel noch besser sein könnte:
- Der Lüfter im Bad ist sehr laut – sobald man das Licht im Bad einschaltet, geht der Lüfter auch gleich los und läuft dann noch eine halbe Ewigkeit weiter
- Das Frühstücksbuffet war um 9:30 schon ziemlich geplündert. Es gab keine Wurst, kein Obst, keine Rühreier, keine Messer und keine Gläser mehr. Rühreier und Wurst wurde aber relativ schnell wieder aufgefüllt. Messer, Gläser und Obst gab es erst, nachdem wir nachgefragt hatten.
Update: Sandra hat auch gleich wieder eine Fotogalerie angelegt ;-)



:-) Sandra hat am 1. Mai 2012 um 18:12 Uhr geschrieben:
Ich fand den Geruch im Hotel interessant, so eine Mischung aus alten Gemäuern und Pferd. Woher spät am Abend dann der Toilettenduft gekommen war, möchte ich mir lieber nicht vorstellen, auf jeden Fall haben die Leute plötzlich die Fenster wieder zugemacht, obwohl es sehr heiß und stickig war in dem Raum.
Mir hat das Krimidinner auch besser gefallen. Die Story war einfallsreicher gewesen. Außerdem erinnerten mich die Gesangseinlagen ständig an Tanz der Vampire, aber mit dem Musical kann man das Draculadinner nicht vergleichen, obwohl die Schauspieler wirklich toll gesungen hatten. Ich hätte mir gewünscht, dass es vielleicht etwas lustiger gewesen wäre, statt nur aus berühmten Filmen zu zitieren. Auch wurde das Publikum nicht so mit einbezogen, wie beim Krimidinner. Da hätte man bestimmt noch mehr draus machen können.