Ein ruhiges Wochenende
Sonntag, den 31. Januar 2010 um 19:49Ich muß umbedingt mehr bloggen. Jedoch ist meine Qualitätskontrolle so hoch, dass ich viele Ideen wieder verwerfe. Wenn ich bei einem Fernsehsender in der Qualitätskontrolle arbeiten würde, gäbe es da sicherlich kaum Inhalte, die veröffentlicht werden würden… Solchen geistigen Bullshit, wie ein RTL-Chef zur Zeit von sich gibt, hätte ich auf jeden Fall verhindert. Wobei man sich überlegen könnte, ob nicht Fernsehsender für die Inhalte, die sie veröffentlichen, zur Verantwortung gezogen werden sollten. Also wenn jemand schlechte Nachrichten verbreitet, ist der für diese schlechten Nachrichten auch verantwortlich. Ich kann die Medienunternehmen verstehen, das Internet ist schließlich eine Bedrohung für sie, die bekämpft werden muß. So wie eine Medizin Krankheiten angreift, muß halt die Krankheit versuchen, die Gesetzte so zu verändern, dass die Krankheit überleben kann. Aber ich schweife ab.
Ich bin noch immer ein wenig gesundheitlich angeschlagen – was sicherlich auch mit der Kälte draußen zu tun hat. Daher mag ich es im Moment ein wenig ruhiger. Auch dieses Wochenende haben wir relativ ruhig verbracht.
Am Samstag waren wir in einem Testscreening für einen Kinofilm, der erst in etwa einem halben Jahr herauskommen wird. Über den Film darf ich natürlich nichts verraten. Aber das Testscreening war schon sehr interessant. Bild und Ton waren noch nicht so gut, wie man es bei Kinofilmen erwartet. Auch die Effekte wirkten noch sehr vorläufig. Lustig war im Abspann dann auch zu sehen, dass dort die Texte wohl mit Leerzeichen eingerückt wurden – so wie man es aus Word-Dokumenten von unbedarften Nutzern kennt, welche keine Tabulatoren kennen. Wir haben schließlich noch einen kleinen Fragebogen bekommen, den wir ausfüllen mußten. Dafür durften wir ja den Film kostenlos – und schon ein halbes Jahr früher anschauen. Zugegeben, ich glaube nicht, dass ich in einem halben Jahr wegen diesem Film ins Kino gegangen wäre – ich bin nicht so ganz die Zielgruppe ;-)
Abends haben wir dann nochmal ein wenig Wii gespielt und den Fitness-Test gemacht. Kaum ist mal ein bißchen krank, schon stürzt das WiiFitness-Alter in den Keller. Und einen Muskelkater bekommt man davon auch noch *g*. Wir haben versucht, die versteckten Ziele beim Bogenschießen zu finden und zu treffen – das ist nicht wirklich einfach.
Sonntag waren wir dann den ganzen Tag zuhause und ich habe mal meine Webhosting-Preisliste durchgeschaut, rumgerechnet und überarbeitet. Die Preise haben sich dadurch erhöht – aber ich bin noch immer viel zu günstig. Jedoch ist meine Philosophie auch eher, meinen Kunden unter die Arme zu greifen und sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Dabei lege ich auch sehr viel Wert darauf, dass ich Kunden habe, die (in meinen Augen) Gutes tun. Deswegen habe ich auch keine Medienunternehmen als Kunden *g*. Meinen Kunden sollen sich nicht mit den Tücken des Internets rumschlagen müssen, sondern sich auf das Kerngebiet konzentrieren.
Nochmal ein Wort zum Internet: Das Internet ist für mich ganz klar nur ein weiteres Medium um Informationen zu übertragen. Einen “Tatort Internet” gibt es daher nicht. Genau so wenig wie der angeblich “rechtsfreie Raum Internet”. Die Tat findet immer außerhalb des Internets statt. Unerwünschte Inhalte (Phising-Seiten, illegale Inhalte, KiPo, usw.) werden von Menschen (die außerhalb des Internets existiert) erstellt und auf Servern hochgeladen, die physikalisch existieren. Diese Server stehen in Ländern, in denen es ebenfalls Gesetze gibt. Das Internet zu bekämpfen ist daher unsinnig. Forderungen, das Zugangsanbieter für Inhalte im Internet verantwortlich gemacht werden sollen, haben nichts mit dem gesunden Menschenverstand zu tun. Sie deuten eher auf ein starkes geistiges Defizit hin. Schließlich ist der “Zugangsanbieter in die Welt außerhalb meiner Wohnung” die Hausverwaltung. Ich würde nie auf die Idee kommen, die Hausverwaltung für die Verspätung einer Bahn, mit der ich fahren will, verantwortlich zu machen. Die Motivation derer, die sowas fordern, ist aber stellenweise nachvollziehbar. Eine Zensurinfrastruktur würde deren meinungsbeeinflußende Produkte wieder stärken. Es geht hier nur um Macht und Geld. Ob der Wattwanderer gerettet worden wäre, wenn die Webcam vom Zugangsanbieter unzugänglich gemacht worden wäre?


