Avatar und DRM
Freitag, den 18. Dezember 2009Sandra, ich und ein paar Freunden hatten uns Avatar in einer Vorpremiere angeschaut. Das hat auch ohne Probleme funktioniert, da für die 2D-Version kein spezieller DRM-Schlüssel benötigt wird. Anderen Kinogängern ist es da leider anders ergangen. Da wurden Vorstellungen gecancelt. Bei Dibtych wurden zwar der Kartenspreis ersetzt, nicht jedoch Getränke und Knabbereien. Laut DerStandard gab es aber wohl auch ein paar Kinos, wo auch das ersetzt wurde. Anderen wurde auch die 2D-Version als Alternative angeboten. Und ich dachte, ich hätte auch einen Kurzmitteilung gesehen, dass jemand sein Geld nicht zurückbekommen hätte.
Auf jeden Fall zeigt dieser Vorfall mal wieder, dass man mit DRM nicht seine Daten schützt, sondern zahlende Konsumenten aussperrt und verärgert. Das Problem, was letzten Mittwoch bis zu Hundert Kinos hatten, haben wir Konsumenten auch dauernd. Inzwischen hat sich zwar der Kopierschutz bie CDs verbessert, dass man seine gekauften CDs auch abspielen kann, aber trotzdem wird man bei DVDs am Anfang mit irgendwelchen “Ihr seid Raubkopierer”-Spots zugetextet oder man muß minutenlang in verschiedenen Sprachen lesen, dass man die DVD nicht auf Bohrinseln abspielen kann. Dadurch drängt die Film- und Musikindustrie uns Konsumenten doch eigentlich genau in diese Ecke, welche sie angeblich bekämpfen wollen. Durch DRM werden Konsumenten eigentlich fast schon dazu genötigt, “Raubkopierer” zu werden.
Interessant wäre es ja zu wissen, wie hoch der Verlust durch diese DRM-Panne für das Studio ist? Wieviel Kinogänger jetzt das interesse verloren haben diesen absolut genialen Film im Kino anzuschauen. Ich befürchte aber, dass der Schaden zu gering ist, um die Studios zum Nachdenken zu bewegen :-(. Auch würden die Verantwortlich wohl eher sagen, dass der Film Schuld ist, wenn nicht genug Geld in die Kassen fließt.
DRM sollte ja eigentlich helfen, um Raubkopien zu verhindern. Ich habe jetzt nicht danach gesucht, vermute aber, dass der Film bereits in den verschiedensten Plattformen illegal erhältlich sein dürfte… Aber ich gehöre (noch) zu den Menschen, die bei einem Film auch das Kinofeeling miterleben wollen und gehe deswegen ins Kino – unabhängig davon, ob ich den Film bereits (natürlich legal) im Regal stehen habe oder aus dem Internet herunterladen könnte.
Um nochmal auf Avatar zurückzukommen. Scheinbar hat nur die 3D-Version diesen “Schutz”. Um einen Film in 3D zu sehen, benötigt man doch eigentlich auch eine spezielle Ausrüstung, die nur wenigen Menschen zu Hause rumstehen haben. Warum wird dann genau diese Version mit sehr hohen, benutzerunfreundlichen Sicherheitsmaßnahmen geschützt? Gibt es den schon soviele “Raubkopierer”, die ihr eigenes 3D-fähiges Kino im Keller ihrer Eltern haben? – So neben den ganzen DVD- und BluRay-Brennstationen und was sonst noch bei “Raubkopierern” rumsteht…
Fazit
DRM erschwert unnötig die legale Nutzung von Inhalten. Wenn man legale Konsumenten verlieren will, ist DRM mit Sicherheit einer der besten Möglichkeiten.




