Beim ersten Teil meiner neuen Serie “Sicherheit” fange ich mal mit was einfachem an: Daten sichern.
Im Laufe der Zeit sammeln sich sehr viele Daten an. Die liegen auf der Festplatte und sind beim nächsten Crash verloren. Meist kann man diese (oder einen Teil) wiederherstellen. Um die Sicherheit zu hören, empfehle ich aber immer ein zusätzliches Backup auf externen Medien. Ich persönlich bevorzuge hierfür eine externe Festplatte.
Warum auf einer externen Festplatte?
Daten auf einer System-Partition (also da, wo beispielsweise Windows installiert ist) halte ich für sehr gefährlich. Wenn das System richtig crasht hilft oftmals nur eine Neuinstallation mit Formatierung.
Eine zweite, reine Daten-Partition (oder noch besser, eine zweite Festplatte) ist da schon besser. Wenn die Daten vom System getrennt gespeichert werden, sind diese auch nach einer Neuinstallation noch verfügbar. Trotzdem befindet sich auch diese Platte noch im gleichen Gehäuse. Falls der Rechner mal abbrennen würde (passiert sowas überhaupt?), wäre auch die zweite Platte betroffen und die Daten verloren.
Ich habe daher noch eine externe Festplatte (bei uns sogar übers Netzwerk angeschlossen, aber eine einfache USB-Platte bringt auch schon viel), auf der ich zusätzlich meine Daten speichere. Falls mein Hauptrechner spinnt, dann kann ich diese Festplatte auch an mein Notebook anschließen und weiterhin auf die Daten zugreifen. Wichtig ist hierbei jedoch, dass natürlich die Daten auch wieder auf allen System auf Stand gebracht werden sollten.
Trotzdem ist diese Methode in einigen Fällen noch nicht sicher genug.
Externe Platte noch nicht sicher genug?
Die Sicherung auf der externen Platte können jederzeit verändert werden. Allerdings nicht nur bewußt durch den Benutzer, sondern vielleicht auch ungewünscht durch Viren oder Würmern. So können auch Daten zerstört und gelöscht werden. Ein aktueller Virenscanner ist eh Pflicht. Um Daten aber noch sicherer erhalten zu können, müßten diese Daten unveränderbar gespeichert werden. Das wäre z.B. eine regelmäßige Sicherung der Daten auf CD-R oder DVDs. Bitte bedenkt aber, dass diese optischen Datenträger nicht unbegrenzt haltbar sind. Ich hatte schon ein paar CD-Rs, die nach weniger als 10 Jahren nicht mehr lesbar waren.
E-Mails sichern?
Was soll man eigentlich alles sichern? Fotos, Videos und Musik ist klar, aber wie schaut es beispielsweise mit Mails aus? Wie sichere ich Mails zuverlässig? Eine Outlook-Datendatei ist zwar schön und gut, aber kann ich die in 10 Jahren wirklich noch lesen? Meine ersten Mails habe ich irgendwo auf einer CD-R gespeichert – damals habe ich Netscape als Mailprogramm verwendet. Ich weiß gar nicht mehr, wie die Mails dort gespeichert waren. Was ich aber weiß: Mein Outlook 2002 läuft unter Windows 7 nur sehr eingeschränkt. Eventuell steige ich jetzt auf Thunderbird um. Eine Outlook-Datei hilft mir da kaum weiter. Also in welchem Format speichere ich eMails?
Ich habe mir jetzt auch mal Mailstore Home installiert. Das Programm kann aus verschiedenen Mailprogrammen und -systemen (Outlook, Thunderbird, Windows Mail, Google Mail, IMAP-Postfach, POP3-Postfach etc.) Mails archivieren und auch wieder dorthin exportieren. Aktuell sind bei mir 12.740 E-Mails dort gesichert. Ob es das Programm in 10 Jahren noch geben wird, kann ich natürlich nicht beantworten. EML-Dateien oder MSG-Dateien (kann man beides exportieren) dürften aber noch sehr lange lesbar sein.
Wobei hier sich natürlich auch die Frage stellt: Sollte man E-Mails überhaupt so lange aufheben? Quasi ganz im Sinne der politischen Versprechen: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Werde ich jemals wieder eine der 12.740 E-Mails lesen wollen? Soll ich meinen Plattenplatz dafür verschwenden oder auch unnötig viele Rohlinge brutzeln? Das muss jeder für sich selber entscheiden. Eventuell ist weniger hier auch mehr ;-)
Hier kommt natürlich auch noch ein anderer Aspekt der Sicherheit dazu. Wenn jemand unbeabsichtigt den Datenträger in die Hände bekommt, kann er auch diese Daten lesen und gegebenenfalls weiterverwenden. Nicht gespeicherte Daten sind – so gesehen – natürlich deutlich sicherer als gespeicherte Daten.
Mein Fazit
Grundsätzlich sollten nur Daten gespeichert werden, die man irgendwann wieder braucht. Welche Daten gesichert werden, muß jeder selber entscheiden und dabei natürlich auch die nötigen gesetzlichen Regelungen (Datenschutz, Nachweis von Geschäftsvorgängen, etc.) beachten.
Die Daten sollten zudem in einer Form gesichert werden, dass sie auch in vielen Jahren wieder gefunden und verwendet werden können. Allgemeine Dateiformate (z.B. jpg) sind programmspezifischen Formaten (z.B. .msp von Microsoft Paint) vorzuziehen.
Diese Daten sollten dabei mindestens zweifach gespeichert werden – idealerweise auf zwei physikalisch getrennten Datenträgern. Zudem sollten die Daten regelmäßig unveränderbare gesichert (z.B. auf CD gebrannt) werden.
Ich werde in den nächsten Tagen noch passende Links raussuchen – wenn ihr welche kennt, einfach kommentieren ;-)