Gestern hatte ich einen komischen Anruf. Eine Frau war auf der Suche nach einer bestimmten Person. Die Auskunft hat sie an mich verwiesen. Wie kommt die Auskunft auf die Idee, das ich weiterhelfen könnte? Woher hatte die Auskunft überhaupt meine Nummer?
Die gesuchte Person steht aber auf einer von mir betreuten Websites. Dort im Impressum ist dann auch meine Telefonnummer zu finden. Nutzt die Auskunft etwa Google?
Ja, das tut sie. Es ist interessant, verwirrend, aber auch irgendwie verschreckend.
Die Auskunft wirkt sehr fortschrittlich – nur sollten auch die verwendeten Browser (Firefox 2.0) aktueller sein. Das Suchmuster ist eher klassisch (“Stadt Vorname Nachname”) und meine Seite entsprechend auf Platz 1 in den Suchergebnissen…
Aber die Geschichte beunruhigt mich ein wenig. (was sich jetzt nicht auf die anrufende Frau bezieht, sondern einfach allgemeiner etwas weiter gedacht gemeint ist) Ich bin jetzt nicht nur für Menschen erreichbar, die mit dem Internet umgehen können. Jetzt können auch Internet-Ausdrucker und andere Offline-Menschen indirekt über die Telefonauskunft Kontakt mit mir aufnehmen. Personen, denen Google zu kompliziert ist können nun über eine kostenpflichtige Hotline im Internet “recherchieren”.
Andererseits ist damit eine zusätzliche “Barriere” abgebaut. Ob die Auskunft auch Seiteninhalte vorliest, YouTube-Videos beschreibt und auch bei der Konfiguration von Nameserver-Einstellungen hilft?
Was passiert aber, wenn die Auskunft bei der Recherche im Internet mal auf ein Stoppschild landet? Das Internet wird immer mehr zu einem virtuellen Minenfeld und im Internet recherchieren wird immer gefährlich. Ein falscher Suchbegriff und man landet hinter Gittern. Der Job als googelnde Auskunft gehört somit wohl zu einen der gefährlichsten in Deutschland.
Aber denken wir noch ein wenig weiter. Nehmen wird uns ein Beispiel an den Herausgebern. Sie wollen Geld von Google, weil Google die “hochwertigen Inhalte” für die Suche verwendet. Gut, wenn sie ihr “geistigen Ergüsse s Eigentum” besser schützen wollen, dann sollen sie es meiner Meinung nach über die robots.txt machen. Google könnte aber natürlich jetzt genauso handeln und der Auskunft die (kommerzielle) Nutzung der Suche verbieten – oder aber sogar bezahlen lassen. Das wäre doch sicher ein interessantes Konzept.
Eigentlich sollte die Auskunft auch mir etwas bezahlen, da ich ja die ganze Vorarbeit geleistet habe (Website aufbauen, für Suchmaschinen optimieren, ..) und Nacharbeit (Kontakt herstellen, Daten mit Erlaubnis weitergeben).
Wie ihr merkt, sehe ich dieses Thema mit deutlich gemischten Gefühlen. Einerseits finde ich es toll, dass ich helfen kann, andererseits gibt es da viele Gefahren und dann werden auch noch andere (die kostenpflichtige Auskunft) für meine Arbeit entlohnt. Aber da ich kein Herausgeber veralteter äh klassischer Medien bin und viel mehr an das Postive und Gute im Menschen (bzw. im Internet) glaube, sehe ich auch kein Bedarf jetzt von der Auskunft (oder von Google) Geld zu verlangen. Das Internet ist ein Miteinander. Man hilft sich gegenseitig.