Spam-Domains kennen ja inzwischen die meisten. Es handelt sich dabei meist um gekündigte – oder zumindest nicht mehr benötigte Domains, die von einem “Werbeplatz-Verkäufer” genutzt werden um kontextsensitive Werbung anzuzeigen. Die Seiten dort haben inzwischen auch schon ein richtiges Layout und schauen auf dem ersten Blick seriös aus. Nur jeder Link auf der Seite ist gesponsert und einige – ich nenne sie jetzt einfach mal Spammer – verdienen damit jede Menge Kohle (oder auch nicht?). Natürlich ist das ein Ärgernis für die Werbetreibenden, die sich teuer bei Google Adwords einkaufen und dann für Surfer zahlen, die sich auf eine solche Spam-Seite verirrt haben. Auch für die Besucher ist so eine Seite natürlich nervend, weil es meist nicht zielführend ist.
Einige Anbieter gehen inzwischen aber schon einen Schritt weiter. Man könnte fast sagen: SpamDomains 2.0. Diese bedienen sich bei einer klassischen Web 2.0 Technologie und zeigen einzelne themenrelevante Beiträge aus verschiedenen Weblogs an.
Im Klartext: Man landet auf einer Seite, die oben, unten und seitlich Werbung hat. Aber in der Mitte ist echter Inhalt. Inhalt, der von Menschen erzeugt wurde. Von Bloggern, um genauer zu sein. So ist nun auch ein Artikel meines Weblogs auf einer solchen SpamDomain gelandet. Wenn der Besucher dann den Link anklickt, landet er auf meiner Seite – jedoch nicht auf dem speziellen Beitrag.
Was kann man jetzt dagegen tun? Das ist doch im Prinzip Content-Klau, oder? Jein. Ich erlaube Suchmaschinen, meine Inhalte zu indizieren und Ausschnitte im Suchergebnis anzuzeigen. Schließlich will ich gefunden werden. Und genau damit könnte der Betreiber argumentieren und die SpamDomains als Suchmaschine zu bestimmten Themen bezeichnen.
Eventuell werden diese Seiten dann – aufgrund des vorhandenen (geklauten) Inhalts in echten Suchmaschinen besser gefunden – was schließlich dazu führen würde, dass mehr Spammer dieses Prinzip verwenden werden.
Eventuell sind die Spammer aber zumindest so rücksichtsvoll, um zuerst die robots.txt zu überprüfen, ob sie Inhalte überhaupt verwenden dürfen. Jedoch befürchte ich, dass sie die Weblogs nicht selber absuchen, sondern Dienste wie Technorati oder Google Blogsearch nutzen. Naja, vielleicht finde ich ja noch etwas.