Heute waren wir etwas außerhalb von München unterwegs. Ich habe einen DSL-Anschluss eingerichtet. Im Prinzip eigentlich kein Problem. Splitter an die Telefonbuche stecken, DSL-Router und Telefon an den Splitter und den DSL-Router dann an den Rechner anschließen. Den Router dann mit dem Browser aufrufen und konfigurieren. Fertig. Soweit die Theorie. In der T-Praxis schaut das leider etwas anders aus.
Der Speedport 200 von dem rosa Buchstaben ist kein Router. Es ist ein DSL-Modem mit Netzwerkanschluss. Zwar steht auf der Website etwas von “geeignet für Einzelplatz und LAN”. Auch “unabhängig vom Betriebssystem Ihres PCs” kann ich auf der Website lesen.
Warum mir unabhangig vom Betriebssystem so wichtig ist? Man sollte eigentlich nie eine Internetzugangs-Software installieren müssen, da die meisten Betriebssysteme (sogar Windows) bereits die notwendigen Tools (abgesehen von Treibern) zur Verfügung stellt. Spezielle Software verkompliziert das alles nur. Wenn man das Betriebssystem neu installiert (weil es überladen oder gecrasht ist – oder einen neuen Rechner hat), darf man das ganze wieder von vorne Konfigurieren. Bei einem DSL-Modem ist der Rechner natürlich auch den Angriffen aus dem Internet direkt ausgesetzt. Zudem kann es auch passieren, dass etwas unbedarftere Benutzer versehentlich den Internet-Zugang kaputt machen (irgendwas installieren, deinstallieren, umstellen etc.). Im großen und ganzen eigentlich sehr nervig. Also: unabhängig. Keine Software installieren.
Leider ist das beim Speedport 200 jetzt nicht ganz so gewesen. Ich habe mein Notebook mit Linux Mint an dieses DSL-Gerät angeschlossen. Nichts ging. Keine richtige Konnektivität. Also was ist los: Das Teil läuft nicht als DHCP-Server und gibt meinem Notebook damit auch keine IP-Adresse. Kann ich mit dem Teil dann überhaupt kommunizieren. Okay, tun wir es halt auf deren Methode.
Ich habe das Teil dann an den Windows-Rechner angeschlossen. Gleiches Problem – auch Windows hat nur eingeschränkte Konnektivität. Ich mußte dann tatsächlich die Software installieren, um ins Internet zu kommen.

Wie geht man ins Internet: Browser öffnen. Fertig. Aber leider nicht in diesem Fall. Wenn man das Gerät nicht eingeschaltet hat, muß man nach dem Einschalten erstmal warten, bis Windows seine Verbindungsversuche mit dem Netzwerk aufgibt und es als eingeschränkte Konnektivität akzeptiert. Deaktivieren darf man es natürlich auch nicht. Dann muß man die Software starten – und warten. Wenn die Software da ist, gibt es rechts unten ein “Ins Internet verbinden”. Und dann nochmal ein Knopf “verbinden”. Dann tut sich auch endlich etwas. Der Browser geht auf – zeigt aber nicht die eingestellte Startseite, sondern die Website des Providers an. Und wir sind drin. Für ein minutenbasiertes Internet: Okay. Für eine Flatrate eigentlich inakzeptabel.
Wenn ich das mit dem Speedport 200 richtig verstanden habe, hängt dieser zwar am Netzwerkanschluss (mit eingeschränkter Konnektivität – wird damit auch als Fehler angezeigt). Um aber ins Internet zu kommen, baut die Software eine eigenen Verbindung zum DSL-Modem (über dieses Netzwerkkabel) auf, was aber scheinbar nicht gerade dem Standard entspricht. Falls das DSL-Modem jetzt auch jede Anfrage an den Rechner direkt durchleitet… Na, dann gute Nacht. Jeder Angriff landet auf dem Rechner. Jeder Wurm klopft dort an. Ohne ZoneAlarm würde ich den Rechner gar nicht mehr einschalten wollen.
Besser sind da die DSL-Router mit eingebauten Firewalls. Wenn da auch gleich ein Netzwerk dahinter liegt, dann weiß der Router erstmal gar nicht, an welchen Rechner er die Angriffe weiterleiten soll und läßt diese damit links liegen ;-). Ich bin noch immer von AVM’s Fritz!Box überzeugt. Auch mein erster Router, der Netgear Web Safe Router RP114 war schon sehr gut. Später hatte ich einen DrayTek Vigor. Aber die Fritz!Box ist genial. Sozusagen: We have more fun. (Anmerkung: Scheinbar sind Speedport W501V und Speedport W900V auch Fritz!Boxen.)
Ich mache mich jetzt auf die Suche nach einem günstigen DSL-Router (mit Firewall, Netzwerkanschluss und webbasierte Konfigurationsmöglichkeiten). Wireless LAN und (Internet-)Telefonie sind dabei unwichtig. Aber es sollten mindestens zwei LAN-Anschlüsse sein. Auch finde ich eine Stromsparfunktion gut.