Telefonmarketing für DSL
Mittwoch, den 9. Januar 2008 um 22:36Viele Anbieter streiten sich um die DSL-Kunden. So versuchen auch seit einiger Zeit Handy-Anbieter in diesen Markt reinzukommen. So auch mein Handy-Anbieter. Also wurde ich heute Mittag auf meinem Handy angerufen. Ich hätte angeblich bereits schon das Angebot per SMS erhalten und wie meine Meinung dazu wäre. Ich habe vor kurzem nur eine Nervmail:
“Sie nutzen seit einiger Zeit Ihre persönliche Mailbox nicht mehr. Dabei gehört Sie doch automatisch kostenlos zu Ihrem Handy und bietet Ihnen viele Vorteil. Doch nur dann, wenn Sie eingeschaltet ist!”…
Warum der Anbieter das letzte “Sie” großgeschrieben hat – obwohl dies für die Mailbox steht – ist mir nicht ganz klar. Aber das ich keinen Hinweis auf die Kosten in der Mail, noch in der verlinkten Seite finde, empfinde ich persönlich als Unverschämtheit. Zwar heißt es, dass weder ein Anschlusspreis noch eine monatliche Grundgebühr anfällt. Und auch, dass ich über jede eingegangene Nachricht kostenlos per SMS benachrichtig werde – und das sogar im Ausland. Aber was kostet es mich, die eingegangenen Nachrichten abzurufen? Erst nach längerer Suche finde ich dann den Hinweis, dass mich das Abfragen der Mailbox außerhalb der Homezone 19 Cent/Minute kostet. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass dies kostenlos sei.
Das mit dieser Nervmail hatte ich zwar kurz erwähnt, bin aber selber erstmal nicht näher darauf eingegangen. Also zurück zum Angebot. DSL4000 für 30 Euro im Monat? DSL4000? Sehe ich so aus, als hätte ich genug Zeit, um mich über Feldwege ins Internet einzusteigen? Hey, ich habe ne mehrspurige Autobahn mit 16.000 kbit/s. Ach, die haben die auch. 35 Euro pro Monat. Muß ich jetzt noch einen Telekomanschluss haben oder nicht? Das hat sich mir beantwortet – aber erstmal mußte sie über andere Anbieter schimpfen, die gerne sowas verheimlichen usw. usw. usw. Insgesamt hat sie eigenltich sehr viel geredet. Und dann meinte sie auch, dass wir einen tollen Router von denen bekommen würden. Ich fragte nach, ob es sich dabei um die Fritz!Box handeln würde. Nö, deren Router sei besser.
Bitte? Besser als die Fritz!Box? Okay, die Fritz!Box 7170 gibt es jetzt schon seit einiger Zeit. Aber damals war sie ihrer Zeit weit vorraus – und heute teilweise immer ncoh. Als sie dann irgendwas von schlechter Sprachqualität, wenn man gleichzeitig surfen würde, erwähnte, war ich doch etwas irritiert. Angeblich hätten sich Kunden über schlechte Sprachqualität bei der Fritz!Box geäußert. Also ich habe da noch keine Probleme festgestellt. Aber ich kann mich dunkel erinnern, dass es mal vor sehr langer Zeit eine Firmware von AVM gab, die so ein Sprachqualitätsproblem bei der Fritz!Box beheben würde. Sie hat das mal so stehen gelassen und mir dann die anderen Vorteile deren Router erklärt. Man könne WLAN nutzen, vier Computer anschließen. Zwei analoge Telefone. Ein digitales Telefon. Zwei PCs. Vier Telefone… Irgendwie ist diese Aufzählung irritierend. Ich schaue mir das lieber nochmal auf der Website an: 2 analoge Geräte (z.B. Telefon/Fax), 1 ISDN-Endgerät, 4 PCs/Notebooks (LAN) sowie eine WLAN-Schnittstelle. Hat also schonmal ähnliche Anschlüsse wie meine Fritz!Box. Ich habe mal gefragt, ob ich eine USB-Festplatte dort anschließen kann, um diese als Netzlaufwerk zu nutzen – sie hat aber dann mit den Vorteilen des Tarifes weitergemacht. Also mir gefällt der Router von denen nicht. Ich glaube, dass der weder als Anrufbeantworter genutzt werden kann, noch USB-Geräte unterstützt. Wie schonmal erwähnt. Die Fritz!Box ist den anderen einfach vorraus.
Bei den Tarifen halt das übliche. Kostenlos ins deutsche Festnetz und das eigene Mobilfunknetz. So ne Family-Option mit mehreren SIM-Karten wäre da noch dabei.
Grundsätzlich ist das Angebot zwar interessant. 24 Monate Vertragsbindung und 30 bzw. 35 Euro pro Monat + paar Cent fürs Telefonieren in andere Handynetze. Aber ist wohl auch nur in größeren Städten verfügbar. Ein Verfügbarkeitstest mit meiner alten Dorfener Adresse ist negativ ausgefallen. Verglichen mit unserem jetzigen Anbieter sind das zwar 15 Euro im Monat weniger (bei DSL16000) – aber bei solchen Kampfpreisen bei den neuen DSL-Anbietern kann man ganz schön auf die Nase fliegen. Die Gefahr, dass irgendwas nicht klappt und man dann Ewig in der Warteschlange kostenpflichtiger Hotlines rumhängt ist einfach zu groß. Wir bleiben jetzt erstmal bei einem großen, erfahrenen Anbieter, dessen Kinderkrankheiten bereits geheilt sind. Ich will Internet. Und da bin ich nicht so experimentierfreudig. Es soll funktionieren. Wer billig will, kriegt billig.
Ich habe sie dann nochmal gefragt, wie ich diese unerwünschten Werbemails (Mailbox) stoppen kann. Sie meinte nur, dass sie dafür nicht zuständig ist und sich daher dort nicht auskennt. Bevor meine Kollegen vor Lachen am Boden liegen, habe ich das Gespräch beendet gehabt.
Bin ja schon auf den nächsten Anruf gespannt. Ich habe mir schon mal einige Gedanken für Themen gemacht:
- Verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung:
Welche Daten werden dort über mich gespeichert. Und ob die auch sauber getrennt von den Abrechnungsdaten und gegen unrechtmäßige Zugriffe geschützt seien. Und ob sie auch auf die Verfassungsbeschwerde hoffen bzw. die Ausnahmeregelung nutzen.
Auch würde mich doch sehr interessieren, wie hoch die Kosten für diese zusätzlichen Überwachungsmaßnahmen seien - Wie kann man sich gegen unerwünsche Werbeanrufe schützen. Gibt es auch Fangschaltungs- und Belästigerabwimmel-Funktionen
- Wie zuverlässig ist deren Internetanbindung. Wie hoch ist die garantierte Verfügbarkeit und welche Summen stehen mir als Entschädigung bei einem Ausfall zu.
- Gibt es auch kostenlose Servicenummern, wo Menschen rangehen oder muß ich dem Automat etwas vorsingen?
Aber sind die Anrufer wirklich das pure Böse und man muß es bekämpfen? Oder sind das nur andere Opfer unseres Systems, die auch ein wenig Geld verdienen müssen?





Am 9. Januar 2008 um 23:42 Uhr
Grööööööööööööööööööööööööööööööööööööhl! :-)