Virales Marketing
Samstag, den 22. September 2007Virales Marketing ist ein interessantes Thema. Für mich versteckt sich hinter diesem Begriff eine Kampagne einer Firma, die sich aber durch die Nutzer selber verbreitet. Beispielsweise ein lustiges Video, indem eine bestimmte Marke vorkommt. Selbst das Imperium aus Star Wars hat sich damit bereits beschäftigt *g*
Auf ein aktuelles Beispiel, wurde ich neulich aufmerksam gemacht. Die Website enthält einen Fragebogen, mit dem man jemanden bewerten kann. Allerdings muß man dazu einen Nicknamen, eine e-Mail Adresse und optional noch ein Foto hinterlasen. Ich wollte mir daher erstmal das Impressum anschauen. Der Link führte mich aber nur auf die Startseite. Das Impressum geht also nicht. Okay, vielleicht steht ja der Betreiber in den AGBs. Konnte auch da leider keinen finden.Aber beim Punkt 4. Datenschutz heißt es:
Der Diensteanbieter ist berechtigt, diese Daten zur Werbung und Marktforschung für eigene Zwecke und zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung seiner Dienste zu nutzen oder Dritten (auch von externen Datenverarbeitern wie z.B. Datenerfassern und Internetdienst-Anbietern) zur Speicherung, Nutzung und/oder Verarbeitung zur Verfügung zu stellen [...]
Die personenbezogene Nutzung wird ausschließlich auf die Organisationen und Unternehmen aus den verschiedensten Branchen beschränkt, die den erkennbaren Interessen und Wünschen des Nutzers entgegenkommen. Für diese Organisationen und Unternehmen dürfen dem Nutzer Informationen, Angebote, Muster und Werbung (per Post, per E-Mail und/oder per Telefon) übermittelt werden.
Welche meiner Interessen kann man den anhand meiner E-Mail-Adresse, Nicknamen und einem Bild erkennen?
Also google ich einfach mal nach dieser Seite und schauen, was ich finde. Dabei bin ich auf einen Blog-Eintrag von Tobias Hieb gestossen. Ein sehr hilfreicher Beitrag. Dort befindet sich auch ein Link auf eine ebay-Auktion. Dort wurde die Seite mit über “380.000 Mitgliedern” (sind das wirklich Mitglieder) für 31.161,77 Euro versteigert. Am Ende der Auktion heißt es zwar: “Wir behalten uns jedoch vor, einem Verkauf nicht zuzustimmen, sofern wir die Motive des Käufers als nicht seriös erachten.” – aber bei 31.161,77 Euro könnten die Motive des Käufers für den Verkäufer wohl etwas in den Hintergrund geraten (meine Meinung).
Ich habe den Fragebogen nun mit einer eindeutigen E-Mail-Adresse ausgefüllt. Auf der zweiten Seite wurde ich noch nach Vor- und Nachname und dem Geschlecht gefragt. Zudem gab es eine Checkbox mit Logos verschiedener Webportale und dem Text: “Ja, ich will jetzt meinen Ich-Frag-Dich Test erstellen sowie kostenlos Infos über Reisen, Schnäppchen und andere einzigartige Angebote!”. Zu keinem Zeitpunkt wurde ich aufgefordert den AGBs zuzustimmen. Das Häckchen habe ich nicht gesetzt.
Bin mal gespannt, von wem ich überall Spam an diese E-Mail Adresse erhalten werde…




