Ein ungewöhnliches Leben?
Freitag, den 24. August 2007Vor einigen Wochen bekam ich eine E-Mail, wo eine Produktionsfirma für eine Dokumentationsreihe auf der Suche nach Menschen mit ungewöhnlichem Leben sind. Und da haben sie sich halt mal an Star Trek Fans gewandt. Ob es wohl einige Star Trek Fans gibt, die eine außergewöhnliche positive Lebensgeschichte haben.
Ich weiß von anderen Fans, dass sie schlechte Erfahrungen mit den Medien gemacht haben und deswegen die Medien gerne meiden. Star Trek Fans wurden in den Medien immer wieder als weltfremde Idioten dargestellt. Teilweise kann dies vielleicht auch zutreffen – aber wenn man sich so manchen Fußball-Fan anschaut… Egal. Mein Leben ist meiner Meinung nach nicht mehr ganz so außergewöhnlich wie früher, also sicherlich auch nicht so interessant. Kurz darauf bekam ich aber eine Mail von Dietmar (Pumuckl) und wurde gefragt, ob ich dieses Jahr in München wieder beim Marathon als Spendensammler dabei wäre. Das ist doch was außergewöhnliches. Also habe ich dann doch einmal Kontakt aufgenommen.
Ich habe also ein wenig über meine Vergangenheit nachgedacht. Gleiches Problem wie Claus von Wagner. Wir sind beide in Bayern geboren, aber die Eltern kommen von außerhalb. Zumindest bei mir meine Mutter. Und in Oberbayern gilt man dann als “aus der Art geraten”. Folglich habe ich etwas mehr “gepreiselt” (hochdeutsch gesprochen) und hatte dadurch als Kind etwas mehr Schwierigkeiten Kontakte aufzubauen. Zudem war ich evangelisch. Es gab sicherlich noch mehrere Gründe – aber ich habe mich jedenfalls sehr früh für Star Trek interessiert. Um genauer zu sein für Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert. Mein Lieblingscharakter ist Data, der Androide. Er hat mich inspiriert. Aus Lego Technik habe ich angefangen Roboter zu bauen (sehr einfache!!). Auch Computer hatten mich dann sehr früh fasziniert und ich habe viel programmiert. Vorerst in Turbo Pascal, später dann auch in Visual Basic. Seit 1998 habe ich dann angefangen HTML-Code zu erstellen. Ein Jahr später habe ich mit Cold Fusion und einer Datenbank meine ersten dynamischen Webseiten programmiert. Hardware-Basteln habe ich dann aber aufgegeben.
Nach der Realschule habe ich mich dann natürlich für einen der neuen IT-Berufe “Fachinformatiker Anwendungsentwicklung” interessiert und diesen auch bei Rohde & Schwarz erlernt. Seit 2000 war ich dann in der Web-Abteilung, wo ich noch immer bin. Bis kurz vor meiner Ausbildung hatte ich noch Shotokan Karate gelernt. Eine schöne Sportart. Aber unser Verein hat sich Mangels Mitglieder aufgelöst. Und schon hat sich mein Gewicht in drei Jahren auf 110 kg erhöht. Hat zum Ausmustern ausgereicht ;-) War aber nicht Sinn der Sache. Aber dagegen muß ich was tun – also fing ich an zu Joggen.
Meinen ersten Marathon bin ich nach nur 10 Monaten am 11. Mai 2003 in Bochum/Dortmund gelaufen. Im Oktober 2003 bin ich dann auch als Vulkanier in München gelaufen. April 2004 war ich in Hamburg unterwegs. Im September bin ich direkt nach meinem USA-Aufenthalt in Berlin gelaufen.
Parallel dazu habe ich mit Judo angefangen. Sehr schnell wurde ich dort in die Vorstandschaft gewählt, war dann auch Judo-Kinder-Trainer und kurz darauf auch noch Abteilungsleiter. Das war eine außergewöhnliche positive Erfahrung. Judo hat meinen Alltag stark verändert. Es hat viel Spass gemacht, Kinder zu trainieren. Ich habe deswegen auch Telearbeit beantragt, damit ich an einen Tag in der Woche Training für die Kinder machen konnte. Ich brauchte von der Firma nach Hause immer etwa eine Stunde. Diese habe ich mir gespart. Ich habe während meiner aktiven Zeit als Judoka zusammen mit den Eltern und einigen Trainern von Nachbarvereinen viel erreicht. So hatten wir bei einem Sommerfest Wurliz – der kleine Troll als Gast. Wir hatten ein Gaudi-Turnier, ein Judowochende und auch die erste Dorfener Mannschaftsmeisterschaft. Ich habe dabei viele gutherzige und liebe Menschen kennengelernt. Leider habe ich da aber auch bösartige Personen getroffen, die meine Engagment gnadenlos mißbraucht haben und sich auch für unsere Judokas schämten.
Damals hatte ich einen außergewöhnlichen Alltag. Ich war auch beruflich in USA, Japan und Taiwan unterwegs. Habe viel erlebt. Jetzt habe ich als außergewöhnliches noch die Marathons, bei denen ich als kostümierten Spendensammler unterwegs bin. Und auch das Trekdinner. Ich habe eigentlich immer wieder interessante Persönlichkeiten getroffen, die mich inspiriert und mitgerissen haben. Karlheinz, Hansi, Snake, Wurliz, Castello, Dietmar, die Spielleiter der Stadt München – um nur mal einige zu nennen.
Ist mein jetziges Leben jetzt gewöhnlich? Nein. Ich habe ein neues Abenteuer. Meine Familie. Das ist viel spannender als alles andere zusammen. Ich bin froh, mit meiner Sandra zusammen zu sein ;-)




