Stadtlauf München: Erledigt
Sonntag, den 25. Juni 2006 um 11:45Um etwa 11:45 habe ich das Ziel überquert. Die angezeigte Zeit war: 2:07 – Brutto Zeit. Meine wirkliche Zeit kenne ich noch nicht, aber dürfte wohl knapp unter 2 Stunden sein. Sobald die Ergebnisse im Internet sind, werde ich Euch berichten. Aber nun mal zum Lauf selber.
Während gestern Nachmittag nur vereinzelt deutsche Fußballfans am Marienplatz anzutreffen waren, war heute alles Orange. Holländer? Nein – Viel schlimmer! ca. 15.000 Teilnehmer des 28. Stadtlaufs München. Auch ich war bei diesem Halbmarathon wieder dabei. Den letzten Münchener Halbmarathon bin ich 2003 mit einer Zeit von 1:53:03 (Durchschnittsgeschwindigkeit 11,20 km/h) mitgelaufen. Mein letzter richtiger Lauf war der Berlin Marathon 2004 (Der Firmenlauf zählt mit 6,75 km eher zu Kurzstreckenläufe).
Um etwa 7:30 bin ich aufgewacht. In meinen Beinen war noch die Wanderung vom Vortag zu spüren. Mit SportFluid habe ich die Durchblutung der Beine etwas verbessert – das wirkt. Die Waage zeigte mir erschreckende 101,6 kg an. Das ist eigentlich deutlich zu viel. Aber Joggen kann bei Gewichtsreduktion hilfreich sein. Wir sind dann mit den Kindern um 8:40 aufgebrochen. Leider fahren die U-Bahnen am Sonntag vor 9:00 nur im 20 Minuten Takt. Daher waren wir erst um 9:15 am Marienplatz. Unterwegs haben wir jede Menge andere Orange getroffen ;-)
Sandra und die Kinder machten sich auf dem Weg zum Start - ich positionierte mich bei den “über 2:00:00″-Läufern. Weiter vor konnte ich leider nicht. Kein Platz. Um 9:30 sollte es losgehen. Aber soweit hinten bekommt man nicht viel mit. Endlich, ein Countdown. Keiner von uns bewegt sich. Noch ein Countdown? Starten jeder Teilnehmer einzeln? Die Zeit verging. Wir standen immer noch auf unseren Startplätzen. Waren es vielleicht Fehlstarts? Vielleicht ist der dritte Countdown der unserige? Ja, ich glaube, dass da vorne ein paar Köpfe sich bewegen. *genauer guck* Oh ja, es geht los. Zwar noch nicht laufend, aber das wird schon noch. Ja, wir nähern uns dem Start. Inzwischen sind sicherlich schon 10 Minuten vergangen. Langsames Joggen ist endlich möglich. Ich sehe den Start! Ja, da ist der Start! Ich schaffe es. Hui, ich bin über den Start gelaufen, jetzt gehts los!!
Aber schon wieder der erste Stau. Wenige Meter hinter dem Start stauten sich die Läufer wieder – ich versuchte etwas auf der Stelle zu joggen – wollte nicht ins Gehen wechseln. Es ging dann wieder etwas schneller. Aber ich konnte nicht mein Tempo laufen. Also versuche ich ein wenig zu überholen. Einmal links vorbei, dann rechts – auch mal zwischendurch. Aber das bringt nicht wirklich viel. Ich komme kaum vom Fleck. Und da ist auch schon der Kilometer 3. Ob Sandra mit den Kindern bereits an der verabredeten Stelle ist? Ich habe sie am Start leider nicht erblicken können. Wir nähern uns nun dem Kilometer 4. Immer noch alle auf einen Haufen. Das Feld hat sich noch nicht aufgelockert – wird aber sicher noch. Eine schöne Gegend zu joggen. Schattenspendende Bäume, kleine Bäche. Vereinzelt höre ich Pfeiffen und Klatschen. Immer mal wieder tauchen zwischen den Bäumen einzelne Fans auf, die uns Läufer anfeuern. Das gibt zusätzliche Energie. Inzwischen habe ich die ersten 10 Kilometer hinter mir. Jetzt dürfte doch bald mein Sonnenstrahl zu sehen sein. Die drei haben es sicher auch nicht leicht – So ein Lauf ist auch für die Zuschauer anstrengend. Und wie wollen sie mich erkennen? Am orangenen Shirt – 15.000 Läufer haben das gleiche. Auch weiße Kappen kommen öfters vor. Ich bin knapp hinter einem Caritas-Läufern. Diese haben zusätzlich zum Orangen Shirt noch ein Caritas-Schild umgehängt. Huch? Schon wieder eine Knorr-Bremse vor mir. Hatte ich den nicht schon überholt gehabt? Ah, das ist ein anderer. Wo ist Sandra, Farid und Noah? Habe ich sie vielleicht übersehen? Ich habe Durst. Kein Wunder bei dieser Hitze. Durst ist eigentlich schon ein Warnsignal – als guter Läufer sollte ich trinken, bevor ich Durst bekomme. Aber da ist auch schon eine Verpflegungsstation. Huch, der Caritas-Läufer hat mich wohl bei der Verpflegungstation überholt. Ich sollte wieder etwas schneller laufen. Aber endlich genug Platz zum Laufen. Caritas wieder überholt. Nächstes Ziel, der mit der roten Kappe. Sobald ich den überholt habe nehme ich den mit dem roten Shirt. Rotes Shirt? Hat aber die gleiche Werbung drauf. Sogar zwei. Haben die das Shirt zu stark gewaschen. Ah, die erzählen gerade einer anderen Läuferin, was es mit den Shirts auf sich hat. Ah, die sind vom Radio Gong – und haben sich extra rote Shirts machen lassen. Und da waren die zwei auch schon wieder hinter mir verschwunden. Sind die KM-Schilder jetzt näher zusammen? Die fliegen ja nur noch an mir vorbei. KM 16. Ah, meine ganz persönliche Ladestation! Ihr müßt wissen, ich laufe mit Solarenergie. Und ich brauche jetzt eine konzentrierte Dosis Sonnenstrahl ;-). Meine Energiezellen sind wieder aufgeladen. Und weiter gehts. Nochmal etwas Wasser und eine Banane an der Verpflegungsstation. Nur noch lächerliche 4 km bis zum Ziel. Das sollte doch kein Problem sein. Noch 3 km. Meine Kniee schmerzen. 101,6 kg sind nicht ganz so ideal. Aber das laufe ich jetzt durch. Außerdem bin ich ganz durchgeschwitzt. Wenn ich jetzt stoppe, erkälte ich mich womöglich noch. Außerdem ist das Ziel fast schon greifbar nahe. Aber das ich nach 18 km leichte Probleme habe ist beunruhigend. Wie soll ich so den Marathon schaffen? Nur noch 3,5 Monate. Das mit Abstand wichtigste sportliche Ereignis dieses Jahr in Deutschland: München Marathon. Dieses Jahr findet in München auch die Deutsche Marathonmeisterschaft des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) statt. Ich laufe am 8. Oktober für den Horizont e.V.. Bis dahin muß ich fit sein. Da sind diese 21 km nicht nur ein gutes Training, sondern auch eine Überprüfung meines aktuellen Leistungsstandes. So, noch 1 km zu laufen. Raus aus dem Grün, rein in die Innenstadt. Jetzt ist auch wieder mehr Publikum zu hören. Und auch wieder zu sehen. Die feuern uns an. Ich spüre diese positive Energie in meinem ganzen Körper. Nur noch 500 Meter bis zum Ziel. Ich kann das Ziel schon sehen. Soll ich jetzt schon lossprinten oder noch etwas warten. Das Publikum wird lauter. Jetzt aber. Ich beschleunige. Vollgas. Das Ziel nähert sich mit unglaublicher Geschwindigkeit. Bin fast da. Ich sprinte. Das Publikum wird lauter. Yeah! Ich bin durchs Ziel!! Geschafft. Die Uhr zeigt 2:07 an. Hinterm Ziel erhielt ich eine “Stempelurkunde” mit 2:06. (Die aktuelle Zeit wird live gestempelt und an die ankommenden verteilt. Bruttozeit ± 2 Minuten.
Wo ist Sandra? Treffpunkt Kabuco. Sie ist noch nicht da. Ich werde aber weiter zu den Getränken geschoben. Adelholzener Active O2 Fitness Cherry und Fitness Apple Kiwi habe ich mir erkämpfen können. Orange Lemon mag ich eigentlich auch sehr gern, konnte ich aber nicht entdecken. Das Classic gab es – schmeckt mir aber nicht. Okay, wie komme ich aber jetzt zum Treffpunkt. Was ist das denn? Ein Schwitzsimulator *g* Praktisch, da kann man sich ja (bekleidet) unter kaltes Wasser stellen. Aber ich will meine Urkunde nicht kaputt machen – und vorallem zu Sandra und den Kindern. Das da vorne könnte Noah sein. Hier sind verdammt viele Menschen unterwegs. Ja, das ist Noah. Und da ist Farid. Sandra schaut Richtung Ziel. Da war ich etwas schneller ;-) Sie hatte mich wohl knapp verpaßt. Während sich die Kinder mit dem Active 02 beschäftigten machte Sandra ein Foto von mir. So, und nun ins Mini München? Okay, meine drei lieben sind erschöpft ;-) Ich ja auch. Machen wir uns mal lieber auf den Heimweg. Außerdem warten unsere treuen Weblog Leser auf die Berichte *g*
Die Waage zeigte jetzt nur noch 100.5 kg an ;-)
Auf www.ganz-muenchen.de gibt es einen Bericht mit vielen bunten – äh orangenen Fotos ;-)
Update: Korrekturgelesen von Sandra.
Ich habe Sandra’s Fotos hochgeladen ;-)




