CeBIT 2006
Mittwoch, den 15. März 2006Schon vor der CeBIT wurden die ersten Zeitschriften verteilt. Messe News, Messe dies, Messe das usw. Aber auch Eintrittskarten. “Braucht Ihr noch Eintrittskarten?” wurden wir gefragt. Sieben Eintrittskarten wollten uns die Zeitungsverteiler schenken. Aber wir hatten schon welche.
Erster Stand: Greenpease
Auch Greenpeace war da. Aber nicht auf der CeBIT, sondern davor. Was sie wohl ausgestellt haben?
Soweit ich mitbekommen habe, sollte dies ein Protest gegen die CeBIT sein. Allerdings kann ich dem Aufdruck “Hi-Tech – Highly Toxic” nicht zustimmen. Ab 24. März 2006 können Privatpersonen ihren Elektroschrott (z.B. PCs, Monitore) kostenlos bei Wertstoffhöfen abgeben. Die Hersteller müssen die Verschrottung zahlen. Für die Hersteller gibt es aber noch weitere Regelungen die im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) beschrieben sind. Zwar werden die Kosten wieder auf die Konsumenten umgerechnet – aber die verwendeten Bestandteile werden sorgfälltiger ausgewählt. Ob das auf dem Greenpeace-Stand auch erwähnt wurde, weiß ich nicht. Aber dieser Stand war sehr medienwirksam.
Passend dazu hatte ich einen Tag zuvor in Mobil (Das Magazin der Bahn) einen Artikel zum Thema Umweltschutz im Internet gelesen. In der Studie “Umweltschutz in den Medien” heißt es “Die Umweltorganisationen sind sehr stark auf sich fixiert”. Und dieser “Stand” ist eigentlich ein guter Beweis dafür. Greenpeace kann sich damit mal wieder in den Medien – sogar schlimmer – in meinem Weblog präsentieren. Ob das der Natur hilft? Naja, jedenfalls konnte ich damit auf die den unabhängigen Öko-Aufklärer im World Wide Web Christoph Schneider hinweisen ;-)
Wo wir gerade beim Magazin Mobil waren. Weiter hinten ist meir ein Dorfener aufgefallen. In der Rubrik “Spektrum: Zum Sesshaftwerden” wurden Möbelstücke von Designern vorgestellt. Unteranderem der Barhocker “Cone” von Günter Krauter. Aber das nur so am Rande.
Ich bin drin
Das war ja einfach. Karte rein und durchs Drehkreuz durch. Okay, eigentlich so wie immer und nichts besonderes. Aber kann man als Einleitung zu diesem Absatz verwenden, oder?
Als erstes habe ich – natürlich – den Stand von Rohde & Schwarz besucht. Ist übrigens bei den besten 50 deutschen Arbeitgebern dabei ;-) Und den Stand schaue ich mir auch immer gerne an. Er ist einfach schön.
Bin dann weiter in die Halle 13 zu O2 – meinem Mobiltelefon-Provider. Der XDA mini S schaut interessant aus. Aber mal schauen, was in einem Jahr für neue Handys (okay, Pocket PCs mit Handyfunktion) auf dem Markt sind.
Ich bin dann weiter durch die Hallen geschlendert. Auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Hatte aber nicht wirklich viel entdeckt. Überall war Fußball. Langweilig und uninteressant.
Schließlich kam ich dann doch noch zu einem interessantem Stand. Rohde & Schwarz SIT Gmbh beschäftigt sich mit dem Thema IT-Security. Okay, für mich jetzt nicht ganz so relevant. Ich habe kaum was zu verschlüsseln – eigentlich mache ich ja genau das Gegenteil, ich blogge *g*
Weiter ging es dann zu den Content Management Anbietern. Ganz groß war natürlich Typo3 vertreten. Es ist das beste PHP-basierte (Enterprise) Content Management System, dass es zur Zeit auf dem Markt gibt. Ich kenne eigentlich kein System, dass sich damit messen kann. Joomla ist auch ein gutes Content Management System, aber nicht ganz so mächtig – bedient aber auch eine andere Zielgruppe (kleine Vereine, private Personen etc.).
Weitere führende Anbeiter von Content Management Systemen sind Contens mit ihrem gleichnamigen Cold Fusion basierten System und RedDot. Andere Anbieter kamen mir nicht bekannt vor bzw. spielen im CMS-Markt eine eher untergeordnete Rolle.
Natürlich habe ich die CeBIT auch genutzt, um meine privaten Kontakte etwas zu pflegen. Daher war ich auch auf dem Stand von Contentmetrics und Target E. Contentmetrics sind die Web-Controlling-Spezialisten. Wenn man Online-Marketing betreibt, sollte man einen kompetenten Partner an der Seite haben, um den Erfolg messen zu können. Mit Target E kann man sicherlich auch gutes Online-Marketing machen. Ich kenne die Full-service Internet-Agentur schon länger über die Cold Fusion User Group. Im Bereich Suchmaschinenmarketing (SEM) und Suchmaschinenoptimierung (SEO) habe ich schon so einiges von Stefan Bauer und seinem Team gelernt.
Suchmaschinenfreundliche URLs
Wir hatten auch kurz über “Suchmaschinenfreundliche URLs” gesprochen. Ich hatte dazu schon so einige “Fehl-Interpretationen” im Internet gefunden. Einige meinen wohl, dass es einfach darum geht, den Query-String (der Teil, der nach einem Fragezeichen “?” kommt) zu maskieren und stattdessen Kommata zu verwenden (z.b. “/index.php?content=13&navigation=7″ wird zu “/index.php,content,13,navigation,7″). Für mich ist das eine leichte Verbesserung dieser Suchmaschinenfeindlichen URL. Auch Weiterleitungen von “sauberen URLs” (z.b. “/heuhaufen/suche/nadel” zu “/cgi-bin/suche.pl?query=nadel&web=heuhaufen”) hat auch nichts mit Suchmaschinenfreundlichen URLs zu tun.
Eine Suchmaschinenfreundliche URLs enthält keine systemabhängigen Texte wie z.B. “/name_des_cms/script.php3/content.html”. Auch sollte (meiner Meinung nach) die Adresse auf “.html” enden. Die meisten System benötigen eine ID für die aktuelle Navigation und eine ID für den Inhalt. Eine gute Umsetzung wäre “/struktur/der/navigation/aliasname_des_inhaltes.html”. Wobei die Verzeichnisse die Navigation abbilden und der Inhalte über den Dateinamen identifiziert wird. Ein “/florian” wäre dann z.B. die Startseite des Hauptnavigationspunktes “Florian”. Ein “/spass/bilder/windows-firewall.html” wäre der Inhalt “windows-firewall” mit der Navigation “Spass > Bilder” usw.
Natürlich kann es auch Sinn machen kurz-URLs zu verwenden. Wenn man z.b. alle PHP-Befehle unabhängig der Struktur zugängig machen will. Das wäre dann “/befehl/echo.html” mit Weiterleitung an “/dokumentation/befehle/ausgabe/echo.html” – oder der Inhalt wird unter der Adresse angezeigt und der Content kennt seine zugehörige Navigation selber und sie wird automatisch richtig eingebunden.
Sehenswürdigkeiten auf der CeBIT
Aber was gab es den sonst noch sehenswertes auf der CeBIT? Überall Fußball – bäh. Nichts brauchbares. Huch, was ist das? Hat Apple’s iBook ein neues Logo? Und Covers? Das schaut mir sehr nach Notebooks für Avon-Beraterinnen aus.
Für mich ist das kein Notebook. Außerdem habe ich ja bereits mein O2 xda IIi und auch mein Medion-Notebook vom Aldi Süd. Brauch da erstmal nichts neues. Also mal weiterguck.
Jetzt wird es schon viel interessanter. Einer der ersten Computer überhaupt – aus Holz.
Ansonst gab es natürlich noch richtig schöne Trucks zu sehen. Ein weißer und ein schwarzer Kenworth-Truck standen. Richtig schön.
Auch die damals zur Expo 2000 aufgebauten Pavillions haben von ihrer Faszination noch nicht verloren. Das mächtige Holzdach ist sehr eindrucksvoll. Schön waren auch die Eiszapfen, die sich dort gebildet haben.
Jetzt aber auf zum Zug
Auf dem Rückweg habe ich mir noch bei O2 eine blaue Umhängetasche geholt. Jedoch ist die Handy-Tasche zu klein für mein Handy. *snief* Aber die tasche ist kultig! Sogar mit Bagfinder-Service von O2.
Ich bin dann Richtung Ausgang gehetzt. In ca. 15 Minuten fährt mein Zug. Bei Greenpeace habe ich dann nochmal kurz einen Stopp eingelegt und den Roboter nochmal fotografiert. Die Leute sind kreativ – aber etwas zu Mediengeil, finde ich. 
Zugfahrt nach München
Der letzten CeBIT-Tag geht langsam zu Ende und ich will auch endlich wieder heim zu meinem Sonnenstrahl. Daher habe ich mich entschieden den ICE 631 zu nehmen. Dieser fährt laut Plan um 16:34 von Hannover Messe/Laatzen ab. Um 17:00 war der Zug noch immer nicht zu sehen.
Auf der Anzeige wurden optimistische 25 Minuten Verspätung angezeigt. Eine halbe Stunde nach geplanter Abfahrt wurde die Anzeige auf 30 Minuten geändert. Die Mitarbeiter haben aber fleißig informiert. Fast jede Minute kam eine Durchsage über die Verspätung der verschiedenen ICEs – auf Deutsch und auf Englisch. Um 17:05 ist der Zug dann endlich angekommen. Und ich konnte meinen 101 Euro teuren Sitzplatz der zweiten Klasse einnehmen.
Tja, war nicht anders zu erwarten. Aber diesmal hatte ich sogar richtig viel Platz. Scheinbar sind viele auf die bequemeren Alternativen (Flugzeug) umgestiegen. Dort hat man garantiert einen Sitzplatz und bekommt sogar ein Getränk umsonst – bei der Bahn kostet die 0,5 Liter Pepsi 2,70 Euro.
Bisher hatte ich nur bei einem Flug mal eine Verspätung – damals war ein Hobby-Pilot über der Frankfurter Innenstadt – er wollte an eine amerikanische Astronautin erinnern…
Inzwischen haben wir wieder gehalten. Irgendwo in der Pampa. Nein, wir sind nicht in Dorfen *g*. Der Zugbegleiter gab nach etwa fünf Minuten eine Durchsage. Außerplanmäßiger Halt, aber “wir wissen nicht, was los ist”. Später stellte sich heraus, dass es mal wieder einen Weichenproblem ist.
Jetzt sind es wohl schon über eine Stunde Verspätung. Der achsozuverlässige ICE der Bahn. Und da regen sich ein paar Pendler über leichte Verspätungen der veralteten Dieselstink-Züge auf *grinsend kopfschüttel*. Okay, dass es im Winter kalt ist und Schnee auf die Schienen fallen könnte, kann die Bahn ja nicht wissen. Das ist “höhere Gewalt” ;-)
Aber eine Entschädigung wäre eigentlich schon sinnvoll. Wobei? Die Opfer (äh, Passagiere) würden eh nur mit 10 Euro-Reisegutscheinen abgespeist… Toll. Huch? Eine Durchsage wegen Entschädigung. Ich bin überrascht. Wir bekommen 20% des heutigen Fahrpreises erstattet. Als Reisegutschein. Und wir bekommen ein nicht-alkoholisches Freigetränk. Ich habe mir sofort eine Pepsi (0,5 Liter – kostet normal 2,70 bei der Bahn) geholt. Für die 20% muß man aber erstmal ein Formular ausfüllen.
Diesen Reisegutschein könnte ich ja morgen gleich nutzen um die Fahrt nach Dorfen zum Stammtisch zu finanzieren. Aber dann kann ich die Karte nicht am Automaten kaufen… unpraktisch. Ich würde mich über sinnvollere Entschädigungen (z.B. iPod – dann darf sogar ein DB-Logo drauf sein) freuen. Aber – um ehrlich zu sein – muß ich zugeben, dass sich die Bahn schon gebessert hat. Zumindest im Fernverkehr. Sie sind auf dem richtigem Weg.
Vielleicht noch die Werbung etwas realistischer gestalten und negative Ereignisse auch mal veröffentlicht lassen. Das sind die zwei Hauptpunkte für mich, warum die Bahn so ein schlechts Image hat. Verspätungen können passieren und kann ich auch akzeptieren, aber diese “Vertuschung” und meiner Meinung nach falsche Selbstdarstellung finde ich besch..eiden. Schlechtes Marketing.
Endlich in München
Mit nur einer Stunde und zehn Minuten Verspätung ist unser ICE endlich in München angekommen. Jetzt erstmal nach Hause zu meinen Sonnenstrahl




















